Schon zu Beginn der ersten Museumsplanungen lag der Gedanke nahe, die auf ältere Epochen sich konzentrierende Sammlung Huelsmann um moderne Bestände zu erweitern, diese ebenfalls zu präsentieren und sie mit einem entsprechenden Ausstellungsprogramm zu begleiten. Angedacht war ein Anbau an das Haupthaus (Direktorenvilla), der jedoch aus Kostengründen zunächst zurückgestellt werden musste. Das Fehlen eines speziellen Forums für modernes Kunsthandwerk und Design wurde mit den Jahren indessen als immer schmerzlicher empfunden. Da fiel der Blick auf ein in nächster Nachbarschaft stehendes Gebäude, erbaut im Stile Potsdamer Turmvillen der 1840er Jahre. Es ist ebenso wie die Direktorenvilla von großbürgerlicher Eleganz geprägt und empfahl sich allein schon von daher, das Ensemble „Museum Huelsmann“ sinnvoll zu ergänzen. Wieder wurde eine Vision geboren, diesmal die Vision von der Museumserweiterung in Gestalt der sog. ‚Weißen Villa’, und wieder wurde um ihre Verwirklichung gerungen. Zum zehnjährigen Jubiläum des Museums im Jahr 2005 konnte man die ersten Ergebnisse präsentieren. Eine Etage der Weißen Villa wurde als Museum nutzbar gemacht, vielbeachtete Ausstellungen erobern seither ein neues Publikum. Dem beharrlichen Wirken des überaus kreativen Fördervereins ist es zu verdanken, dass auf diese Weise auch modernen Themen endlich ein angemessenes Forum zur Verfügung gestellt werden kann. So ist das Museum Huelsmann Teil der sich rasant entwickelnden Museumslandschaft in Ostwestfalen-Lippe. Es steht mitten im heutigen Leben und wird auch in den nächsten Jahren viele interessierte Besucher Willkommen heißen.